"Immer mehr die Weite christlicher Freiheit begreifen"

Interview mit dem Münsteraner Theologen Thomas Pröpper
anlässlich des Erscheinens seiner "Theologischen Anthropologie"


MFThK: Herr Professor Pröpper, Ihr letztes Buch "Evangelium und freie Vernunft" erschien 2001. Zehn Jahre später legen Sie nun in zwei Bänden und auf über 1500 Seiten eine "Theologische Anthropologie" vor. Erzählen Sie uns bitte von der Entstehungsgeschichte dieses Werkes.

Pröpper: In seinem Grundbestand geht das Buch auf Vorlesungen zurück, die ich Mitte der 90er Jahre in Münster gehalten habe und die mich bald danach im Rückblick zu dem Entschluss brachten, sie für eine Publikation auszuarbeiten und noch zu erweitern. Es ging mir darum, unter dem Titel der Theologischen Anthropologie die über das Ganze der Dogmatik und noch andere theologische Fächer verstreuten Aussagen über den Menschen in dem für sie grundlegenden systematischen Zusammenhang zu erfassen, sie weiterzudenken und ihre menschliche Relevanz zu erschließen. Doch war dieser Plan gerade erst bis zur Mitte des 3. Kapitels verwirklicht, als mich eine schwere Erkrankung aus der Arbeit herausriss und eine siebenjährige Unterbrechung erzwang. Erst Anfang 2008 war es mir möglich, eine Wiederaufnahme des fast schon begrabenen Vorhabens zu versuchen. Ermutigt hat mich dabei vor allem – neben der keineswegs selbstverständlichen Geduld des Herder-Verlages – das Angebot einiger Freunde, zu meiner Entlastung von dem auf 17 Kapitel angelegten Projekt vier zu übernehmen.
Eine theologische Anthropologie als eigener Traktat ist nun spätestens seit dem Konzil zwar immer wieder gefordert, aber nur ganz selten und auch jedes Mal nach einer anderen Leitkonzeption ausgeführt worden. Im Unterschied etwa zu Wolfhart Pannenbergs "Anthropologie in theologischer Perspektive" von 1983, die sich der ganzen Breite der humanwissenschaftlichen Forschung zuwendet und an deren empirisch gewonnenen Befunden die zumeist übersehenen oder bestrittenen religiösen und theologisch relevanten Implikationen auszuweisen sucht, möchte meine Anthropologie eine dezidiert theologische sein und sich deshalb ganz auf die Aussagen konzentrieren, die aufgrund des christlichen Glaubens über den Menschen gemacht werden können. Aber natürlich kann auch sie diese Aussagen, da sie ja vernünftig vertretbar, mit allem sonstigen Wissen vereinbar, in ihrer Bedeutsamkeit einsichtig und auf unsere Erfahrungen beziehbar sein müssen, nur in ständigem Kontakt mit der Philosophie, ihrer Hauptbezugswissenschaft, und zugleich im Gespräch mit den Humanwissenschaften entwickeln.
Entsprechend mühsam war es, nachdem die Grundkonzeption geklärt war, aus der Überfülle des einschlägigen Materials das tatsächlich Relevante zu erheben und in den Hauptgedankengang an der sachlich erforderlichen Stelle einzufügen. Bei der Ausführung galt es dann vor allem anderen, überhaupt erst einen Zugang zum jeweiligen Thema zu bahnen und das unverzichtbare Basiswissen zu vermitteln. Da ich diese Aufgabe zumeist mit einem problemgeschichtlichen Durchgang verbinde, treten zugleich die wesentlichen Sachfragen hervor, die dann an geeigneter Stelle – sei es in Auseinandersetzung mit epochalen Weichenstellungen, exemplarischen Entwürfen oder klassischen Texten der Theologie- und Philosophiegeschichte oder auch durch Einmischung in aktuelle Debatten und interdisziplinäre Diskurse – erörtert werden und des öfteren in Lösungsvorschläge oder weiterführende Überlegungen einmünden, die mit den Resultaten der übrigen Kapitel kohärent sind. Nicht zuletzt habe ich mich – auch bei den neu geschriebenen Texten – bemüht, den Stil von Vorlesungen beizubehalten. Denn mag man diese Theologische Anthropologie nun als Studien- oder Lehrbuch oder auch einfach als eine Art theologisches Lesebuch benutzen, das mit zentralen Inhalten des Glaubens genauer bekannt machen, sie weiterführend diskutieren und eine Stellung zu ihnen ermöglichen will – sie kann in jedem Fall ihr eigentliches Ziel nur erreichen, wenn sich die Leser in ihre Gedankenbewegung hineinziehen lassen, die vorgetragenen Einsichten durch ihren Mitvollzug gleichsam selbst produzieren und so ihr eigenes Verhältnis zur Sache gewinnen.

MFThK: Wo sehen Sie die größten Herausforderungen einer Theologischen Anthropologie im 21. Jahrhundert?

Pröpper: Die größten Herausforderungen sehe ich in den vielfältigen geistigen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen, die unser Bewusstsein der Freiheit bedrängen und es immer mehr untergraben. Ich meine zum einen und vor allem das Vordringen des Naturalismus, besonders in den Neurowissenschaften, der die Evidenzen der Erste-Person-Perspektive in der Objektsprache der Dritte-Person-Perspektive zu rekonstruieren und durch solche reduktiven Erklärungen unser Ich- und Freiheitsbewusstsein als Illusion zu erweisen versucht. Zwar ist es um die "Geist-Gehirn-Debatte" derzeit etwas stiller geworden, aber ausgestanden ist sie sicher noch lange nicht. Zum anderen ist auf die verschiedenen Strömungen des Denkens und Verhaltens zu achten – mag man sie nun summarisch als Relativismus, Pluralismus oder als postmodern bezeichnen –, in denen der Gedanke des Unbedingten immer undeutlicher und schließlich unverständlich zu werden droht. Ich befürchte, um es mit Gerhard Ebeling zu sagen, den zunehmenden Verlust einer Sprache, die noch etwas den Menschen unbedingt Angehendes auszudrücken vermag, und mit ihm das Schwinden von Erfahrungen, in denen es gewiss werden kann: das Anwachsen einer Mentalität also, der die Idee des Unbedingten zuletzt schlicht abhanden gekommen ist. Das würde sich dann auf das Suchen der Wahrheit und die Wahrnehmung ihres Anspruchs ebenso destruktiv auswirken wie auf die Erfahrung moralischer und mitmenschlicher Verpflichtung und somit wiederum das Freiheitsbewusstsein. Als die größten Herausforderungen aber empfinde ich die angedeuteten Tendenzen deshalb, weil sie, je mehr sie an Einfluss gewinnen, gerade der Theologischen Anthropologie mit dem Freiheitsprinzip auch den Boden wegziehen, auf dem sie rational verantwortet und überhaupt verständlich entfaltet werden kann. Denn, dies ist eine meiner grundlegenden Thesen: Ohne ein Unbedingtes (wie eben die Freiheit), das im Menschen selbst vorausgesetzt werden darf, wäre weder der Gottesgedanke vernünftig bestimmbar noch die uns unbedingt angehende Bedeutung von Gottes Selbstoffenbarung begründet vertretbar.

MFThK: Das christliche Menschenbild gibt es nicht im Singular, sondern in verschiedenen Varianten, schreibt der Wiener Theologe Körtner. Müssen wir also von einer Pluralität von christlichen Menschenbildern sprechen? Was sind für Sie unstrittige und unaufgebbare Kennzeichen des christlichen Menschenbildes?

Pröpper: Den Ausdruck "christliches Menschenbild" mag ich eigentlich nicht, weil er durch ständigen (nicht zuletzt auch politischen) Gebrauch zu abgenutzt und beliebig geworden ist und trotzdem jedes Mal insinuiert, es stünde uns ein abgeschlossen-fixiertes und womöglich sogar vollständiges christliches Menschenbild zur Verfügung, mit dem nach Bedarf hantiert werden kann... Was nun aber die Pluralität der – sagen wir – christlichen Anthropologien betrifft, so habe ich keinen Einwand dagegen, so lange es dabei nur um die Verschiedenheit und Vielfalt von Aspekten, Akzenten oder Ansätzen geht, die sich nicht widersprechen. Was ich auf jeden Fall jedoch als wesentlich für das christliche Verständnis vom Menschen und deshalb als unaufgebbar, aber auch gut begründbar betrachte, bringen die Aussagen zum Ausdruck, die auch den Aufbau meines Buches bestimmen: Erstens die Grundaussage, dass jeder Mensch von Gott bejaht und unbedingt geliebt ist; zweitens die Folgerungen, dass diese Liebe, weil sie unbedingt ist, angesichts der menschlichen Schuld und Sünde das unwiderrufliche Angebot der Vergebung bedeutet und dass sie zugleich, wiederum aufgrund ihrer Unbedingtheit, das Versprechen von Gottes verlässlicher, schöpferischer und auch durch den Tod nicht widerlegbarer Treue enthält; drittens die in beiden Aussagen implizierte Voraussetzung, dass der Mensch zur Gemeinschaft und Freundschaft mit Gott schon erschaffen ist und er deshalb schon aufgrund seines geschöpflichen Wesens für Gott und seine Zuwendung empfänglich und ansprechbar sein muss, sie verstehen und ihr antworten kann, und dass eben darin die Würde seiner Gottebenbildlichkeit besteht, die somit ohne seine Freiheit nicht denkbar ist.

MFThK: Wie "katholisch" bzw. ökumenisch ist Ihre Theologische Anthropologie? Welche Bedeutung hat Ihre konfessionelle Prägung bei der Formulierung Ihrer Anthropologie? Oder anders gefragt: An welchen Punkten Ihrer Anthropologie würde Ihnen ein evangelischer Theologe vermutlich widersprechen?

Pröpper: Dass in die Behandlung eines theologischen Themas genauso wie die katholischen Positionen auch evangelische und manchmal auch orthodoxe Stimmen einbezogen werden, ist für jeden katholischen Systematiker inzwischen selbstverständlich. Angesichts der historischen Situation, in die sich der christliche Glaube eingewiesen findet, ist es wahrhaftig auch dringlicher, die tragenden Gemeinsamkeiten zu stärken als nach konfessionsspezifischen Differenzen zu suchen. Tatsächlich zeigt sich zudem, dass die vielleicht wichtigsten theologischen Trennlinien heute quer durch die Konfessionen verlaufen. Gerade in der theologischen Anthropologie aber treffen nun doch auch Auffassungen aufeinander, deren konfessionelle Prägung noch gut zu erkennen ist. So namentlich bei den Fragen, die das Verständnis der Gottebenbildlichkeit und der Sünde des Menschen sowie das Verhältnis von Gottes Gnade zur menschlichen Freiheit betreffen. Bei meinen diesbezüglichen Positionierungen bin ich deshalb durchaus auf evangelischen Widerspruch gefasst. Es sei denn, ich habe Glück – so wie kürzlich, als ein evangelischer Kollege mich mit der beiläufigen Bemerkung erfreute, dass in der von Luther bestimmten Tradition hinsichtlich des Freiheitsbegriffs wie auch des Verhältnisses zwischen Gottes Schöpfungs- und seiner Gnadenbeziehung zum Menschen durchaus noch Klärungsbedarf bestehe.



Inhaltsverzeichnis + Vorwort

MFThK: Viele junge Theologinnen und Theologen kennen Sie nicht mehr persönlich und nicht mehr durch Ihre eigenen Schriften, sondern vermittelt durch die Schriften ihrer Professoren. Ist es möglich, Ihren theologischen Ansatz in nicht mehr als fünf Sätzen zu charakterisieren?

Pröpper: Ich will es am Beispiel einer durch ihre zwei Brennpunkte organisierten Ellipse versuchen. Der erste Brennpunkt meines Ansatzes, sein genuin theologisches Standbein sozusagen, ist das, was ich als Grunddatum und zugleich Grundwahrheit der christlichen Theologie bezeichne: dass nämlich Gott in der Geschichte Jesu seine unbedingt für uns Menschen entschiedene Liebe erwiesen und in ihr sich selbst geoffenbart hat. Diese These ist allein in dem Geschehen, dessen Bedeutung sie aussagt, begründet und kann auch durch die historische Vernunft nicht bewiesen, sondern nur verantwortet werden. Grundwahrheit ist sie, weil durch sie alle weiteren theologischen Aussagen bestimmt sind, also in ihr impliziert oder durch ihre Synthese mit unserem sonstigen Wissen gewonnen sein müssen. Um diese Wahrheit nun aber auch als vernünftig und für uns bedeutsam vertreten, sie zusammenhängend entfalten und unserem Verstehen erschließen zu können, braucht es ein Denken, das ihrem Inhalt gemäß und zugleich philosophisch einleuchtend ist. Damit sind wir beim zweiten, dem philosophischen Brennpunkt, nämlich dem Bewusstsein der Freiheit, das wegen seiner unhintergehbaren Ursprünglichkeit ebenfalls alle theologischen Aussagen bestimmt und in diesem Sinn als ihr Koprinzip gelten darf. Ich habe das transzendentale Freiheitsdenken gewählt und werde es weiterhin mit ihm versuchen, weil es die genannten Anforderungen zu erfüllen und dabei insbesondere die reale Möglichkeit der Glaubenswahrheit zu erweisen, ein differenziertes Verstehensraster für sie zu erstellen, ihre unbedingte Bedeutsamkeit für uns und zugleich ihre Gratuität einzusehen und bei überkommenen Problemen oft weiterzuführen vermag und weil sie bei alledem dem neuzeitlichen Autonomieanspruch gerecht wird und schon in sich die Anweisung birgt, auf die Verbindung von theologischer Theorie und gläubiger Praxis zu achten.

MFThK: Stellen Sie sich vor, Sie könnten mit einer Zeitmaschine in die Vergangenheit reisen und hätten die Wahl, auf ihrer Reise drei Gelehrte der Theologie- und Philosophiegeschichte zu treffen. Für wen würden Sie sich entscheiden? Weshalb würde lhre Wahl auf diese drei Personen fallen? Welche Fragen würden Sie ihnen stellen?

Pröpper: Als erstes würde ich mich ins Mittelalter zu Duns Scotus aufmachen, um mir von ihm das vorausweisend Neue, das in seinem Denken ja unverkennbar aufbricht, genau erklären zu lassen; außerdem würde ich ihn nochmals über die Analogieproblematik ausfragen und dann auch seine Hilfe bei den Fragen erbitten, die den angemessenen Ansatz für eine systematische christliche Gotteslehre betreffen. Als zweites würde ich wohl bei Schleiermacher vorsprechen, der mir wegen seiner Besonnenheit, Sensibilität und Lauterkeit unter all den aufgeregten und narzisstischen Frühromantikern und Idealisten in Jena, Weimar und Berlin besonders vertrauenswürdig erscheint. Von ihm möchte ich mir gerne erzählen lassen, wie die verwickelten Diskussionen damals tatsächlich verliefen und wie er die Akteure erlebte. Das würde mir die wichtige Epoche zwischen Kants Vernunftkritik und Hegels Tod gewiss noch näherbringen und mein Urteil in vielen Punkten erleichtern. Drittens würde ich Teresa von Avila aufsuchen, um sie um ihre Führung bei Exerzitien zu bitten und durch die Aufnahme ihrer mutigen Gotteserkundungen und Selbstentdeckungen immer mehr die Weite christlicher Freiheit zu begreifen.

MFThK: Stellen Sie sich vor, Sie dürften für ein theologisches Internetportal Papst Benedikt XVI. interviewen. Was wäre Ihre erste Frage?

Pröpper: Sie würde wahrscheinlich das äußerst kritische, fast misstrauisch anmutende Urteil des Papstes über die autonome Vernunft der Neuzeit betreffen und deshalb Auskunft darüber erbitten, wie eigentlich sein eigenes, ganz an der antiken Synthese von biblischer Überlieferung und griechischer Metaphysik ausgerichtetes Denken der Philosophie der Neuzeit und Gegenwart überzeugend vermittelbar sein soll. Und ob – so meine Anschlussfrage – diese Schwierigkeit, wenn nicht Unmöglichkeit nicht Anlass sein müsste, entschiedener nach den Chancen zu suchen, die auch (und vielleicht gerade) das neuzeitliche Denken für die angezielte und angemessene Verbindung von Vernunft und Glaube bereithält.

MFThK: Welchen Beruf hätten Sie angestrebt, wenn Sie nicht Priester und Theologe geworden wären?

Pröpper: Von Haus aus – beide Eltern waren Musiker, mit Musik bin ich aufgewachsen – und von den eigenen Interessen her hätte es durchaus nahe gelegen, Musik zu studieren. Meine Mutter hat es im Stillen wohl auch gewünscht, mein Vater wäre sicher dagegen gewesen. Ich selbst aber war in den letzten Schuljahren so stark mit den eigenen Fragen und Problemen beschäftigt, dass ich, um klarer zu sehen und Orientierung zu finden, das Studium der Philosophie und Germanistik begonnen habe. Im vierten Semester habe ich mich dann für die Theologie und zugleich den Priesterberuf entschieden; ich habe das nie ernsthaft bereut. Musik und Literatur aber sind meine beständigen Begleiter geblieben. Früher kam als Drittes noch das Wandern hinzu.

MFThK: Theologiestudenten im ersten Semester müssen Sie drei Ratschläge erteilen – welche wären das?

Pröpper: Der erste würde lauten: "Vertrauen Sie stets Ihren eigenen Fragen und trauen Sie sich auch, sie – notfalls hartnäckig – zu stellen". Und der zweite: "Behalten Sie bei der Ausbildung Ihres theologischen Denkens und der entsprechenden Lebenspraxis immer im Blick, dass es zwischen dem Menschsein (bzw. Menschwerden) und dem Christsein (bzw. Christwerden) keinen Widerspruch geben kann". Schließlich der dritte: "Suchen Sie von Beginn an aufrichtige und verlässliche Freundschaften zu schließen und sprechen Sie auch über Ihren Glauben, damit dieser die Irritationen, die das Studium mit Sicherheit bringen wird, besser bewältigt und vor Vereinsamung – auch der kirchlichen – bewahrt bleibt".

MFThK: Nennen Sie bitte fünf Bücher, die nach Ihrer Ansicht zur Pflichtlektüre jedes Theologen gehören sollten.

Pröpper: Eine Auswahl aus der eigentlichen Fachliteratur kann und möchte ich hier nicht treffen, wohl aber ein paar Titel nennen, die das eigene theologische Nachdenken wesentlich vertiefen und auf jeden Fall vorantreiben können. So "Die Krankheit zum Tode" von Kierkegaard; von Nietzsche "Zur Genealogie der Moral"; Dostojewskis "Die Brüder Karamasow"; von Camus "Die Pest" oder "Der Fall" und von Simone Weil "Das Unglück und die Gottesliebe".

MFThK: Auf die sprichwörtliche einsame Insel dürfen Sie nicht mehr als fünf Schallplatten oder CDs mitnehmen. Für welche entscheiden Sie sich?

Pröpper: Das ist eine harte Frage, weil ich zu vieles zurücklassen müsste. In die engste Wahl kämen jedenfalls: Von Bach die Goldberg-Variationen und die Motette "Jesu, meine Freude"; von Beethoven die späten Streichquartette; von Schubert die Klavier-Trios oder die letzten Klaviersonaten (mit Alfred Brendel); von Schumann die Eichendorff-Lieder; von Bruckner die achte und von Mahler die fünfte Symphonie; dazu noch Orgelmusik von Olivier Messiaen und das Violinkonzert von Alban Berg.

MFThK: Vielen Dank für das Interview!